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41 Tage Rumänien gehen zu Ende. Und: Willkommen in Moldawien / Republik Moldova

Und da ist er wieder – ein Abschied. Ist es so, oder bilde ich es mir nur ein, dass wir uns ständig von jemandem verabschieden, auf der Reise?!

Wie auch immer – der Abschied von Teo und Alex ist einfach nur «doof»! Es war wirklich ein Erlebnis bei den beiden. Lange Zeit zum Grübeln bleibt nicht, Alex begleitet uns noch zum Tierarzt («damit auch alles klappt»).

Chilly wird gechippt, gegen Tollwut geimpft, sie wird enfloht und entwurmt. Chilly erträgt alles super, ich bin richtig stolz, und die arme Teddy liegt mit ängstlich angelegten Ohren nur da – die Arme, sie weiss ja nicht, ist ihre Angst umsonst, denn sie wird heute verschont (sie ist lange nicht so mutig beim Tierarzt wie der Kater!).

Mit einem schockierten Blick in Chillys Ohr stösst die Tierärztin nur das Wort «Ohrmilben» aus – und schon werden mit Ohrstäbchen Chillys Ohren gereinigt – die vielen Ohrenstäbchen sind schwarz, und dann schüttelt Chilly ihre Ohren und grosse, schwere schwarze Klumpen fliegen heraus! Das sind also die Ausscheidungen von Ohrmilben…. Und schon ist auch der Kater stolzer Besitzer eines EU-Heimtierpasses!

Wir wollen nach Moldawien. Da alles aber länger ging (wie immer!) und die Hitze unerträglich ist, machen wir Rast auf einem Feld, oben auf den Hügeln, mit Blick ins Tal. Hier verbringen wir zwei Nächte, Reto muss wieder Mal viel arbeiten… nicht nur hat er seine Arbeit für seine Firma, und muss seine Kunden bedienen, er wechselt auch das Öl in den Vorgelegen. Dies ist ja alle 5.000 Kilometer notwendig, bei unserem Unimog U1550L mit Jahrgang 1994.

 

Als wir auf die moldawische Grenze zufahren, ist es brütend heiss, und dann werden wir auch noch zu den LKWs geschickt! Denn dies ist ein leidiges Thema, wir versuchen natürlich immer, bei den PKWs über die Grenze zu kommen. Also wird der arme Reto von mir angemotzt – «nächstes Mal frägst du nicht mehr, wir machen einfach!». Wir werden gewogen (also der Unimog, er hat über 8 Tonnen, zugelassen ist er für 9 Tonnen), müssen Maut für Moldawien bezahlen, wir werden befragt und der Unimog bestaunt, nicht untersucht. Die Grenzbeamten sind sehr freundlich, wie auch die anderen LKW-Fahrer, die uns noch einen wertvollen Tipp für Moldawien mitgeben: «Passt auf, alle Moldawier sind Alkoholiker! Gebt ihnen niemals Alkohol, sonst kommen sie immer wieder!».

Okay. Später mehr dazu, denn er sollte Recht behalten (natürlich nicht mit ALLEN Moldawiern!),  und ich sollte seinen Rat vergessen haben….

An der nächsten Tankstelle füllen wir den Wassertank und kaufen moldawische SIM-Karten. Ist das günstig hier! Riesige Datenvolumen für kleines Geld. Der Moldawier, der uns an der Tankstelle mit dem Wasser hilft, spricht super Deutsch – er hat lange in Dresden gewohnt.

Moldawien – wer war hier schonmal? Wer weiss etwas, über das Land?

Es ist keine EU mehr, trotzdem ist der Unterschied, landschaftlich, nicht gross anders als zum flachen Teil Rumäniens. In Moldawien gibt es sanfte Hügel.

Wir schlagen unser Nachtlager auf einem Grünstreifen zwischen Feldern auf. Ein Bauer kommt vorbei (wir werden gleich neidisch angesichts der Grösse seiner Traktorreifen!) und heisst uns willkommen – am nächsten Tag kommt er übrigens wieder und schenkt uns eine Moldawien-Flagge.

Wir fahren durch die Gegend. Moldawien erscheint ärmlicher als Rumänien, die Menschen wirken etwas finsterer, andere wirken wiederum sehr offen und sympathisch. Grosse Supermärkte, die alles führen, finden wir hier nicht mehr – selbst in der grossen Stadt, in der wir einkaufen, gibt es jetzt einen Laden für Obst und Gemüse, einen Metzger, und einen mini Laden der immerhin WC-Papier hat. Ich wollte gerne an einen See, und diesen steuern wir an – da sehen wir auf der gegenüberliegenden Seeseite einen grossen Komplex, und Stege. Dort fahren wir hin, und fragen die – völlig überforderten, aber sehr freundlichen – Mitarbeiter, ob wir hier campen dürften… Sie sagen «ja», und wir lassen uns neben dem Pool nieder! Ein Pool! Toll. In dem See soll man nämlich laut den Einheimischen nicht schwimmen… aha.

Der Komlex «Comlexul Turistic Costesti” ist toll: direkt am See,  haben wir eine riesige Wiese ganz für uns, müssen sie uns nur mit einem Flieger teilen 😉… die WCs sind vlt. 50 m entfernt, der Pool mit Duschen und Poolbar eine Armeslänge entfernt, und überall am See gibt es Stege, Bänke, und einen Wald, in dem man super schattig mit Teddy spazieren gehen kann!

Hier verbringen wir sechs wunderbare freie, leichte Tage am Pool. Wir essen an der Poolbar, arbeiten, lesen, immer wenn es zu heiss wird springen wir in den Pool. Es ist herrlich!

An den Wochenenden ist der Pool voller, sonst haben wir ihn oft für uns alleine. Aber auch unter der Woche wird es ab Nachmittag voll, aber das ist schön, Reto und ich sind ja so oft alleine.

Die Hitze wird immer schlimmer, ist aber gut zu ertragen bei dem schönen Pool. Die Moldawier sind sehr freundlich und herzlich hier, es ist gute, ausgelassene Stimmung, alle sind gut drauf.

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