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Summer in the city – 3 Wochen in Odessa, die Perle am Schwarzen Meer – Nix passiert (naja, nicht viel zumindest!), auch mal schön ?

Immer noch vergnügen wir uns prächtig in Odessa, baden im Meer, geniessen den Strand. Wir machen lange Spaziergänge in den Parks, an der Meerpromenade, gehen schön Essen.

Chilly erholt sich täglich von seinem Angriff durch die wilde Katze, und Teddy bekommt tolle lange Spaziergänge mit vielen Hundebegegnungen. Nun finden wir auch Zeit, den mog auf Vordermann zu bringen: unser alter Kühlschrank (der sich seit 1994 im mog befindet?!) kühlt nicht mehr richtig, er erreicht nur noch ca. 15 Grad. Das ist zuwenig, Nahrungsmittel gehen uns kaputt. Das ist ärgerlich, vor allem beim Fleisch.

Es ist ein Dometic, der alte Kühlschrank, also ein Kühlschrank für Wohnmobile. Wir kontaktieren verschiedene Hersteller, u.a. Dometic oder auch einen Schweizer Hersteller, aber der Service ist quasi nicht vorhanden, und die Preise sind extrem hoch – sie beginnen bei ca. 1.000 Euro für einen neuen Kühlschrank. Und schwer zu beschaffen sind sie auch, in der Ukraine sind sie nicht zu bekommen, die Lieferkosten aus dem Ausland wären horent hoch.

Da kommt Reto auf die glorreiche Idee, weshalb nicht einen «normalen» Kühlschrank zu kaufen, einfach mit den richtigen Maßen?

Gesagt, getan, und zwei Tage später holen wir in Odessa unseren neuen Kühlschrank von Sharp ab, für 160 Euro, mit den richtigen Maßen. Reto baut ihn sofort ein, er wird eingeschalten und funktioniert wunderbar! Weniger Strom braucht er auch noch als der alte Kühlschrank. Jetzt sind wir gespannt, wie er sich auf der Strasse macht. Aber selbst wenn er nur ein, zwei Jahre halten sollte, war es ein für uns wirtschaftliches Geschäft!

Unser Wassertank ist, überraschenderweise, erneut leer. Komisch – haben wir soviel gebraucht, in der Stadt, ohne Duschen und viel Abspülen? Seltsam, aber er ist leer.

Da wir sowieso mit dem mog unterwegs sind, begeben wir uns erneut auf die Suche nach Wasser – erfolglos. Ukrainer meinten, die Socar Tankstellen würden Wasser geben – aber hier wird nicht nur «nein» gesagt, sondern wir auch noch extrem unhöflich und aggressiv behandelt. Dabei fragen wir immer sehr höflich, tanken auch, und würden selbstverständlich auch bezahlen für  Wasser.

Wir fahren weiter. Da sieht Reto das Schild zu einer Iveco LKW-Werkstatt, und biegt kurzerhand ab, und tatsächlich, wir sehen eine Frau den Boden mit einem Wasserschlauch abspritzen, damit es nicht so staubt! Reto springt heraus, denn, wenn er will, kann er ein echter Charmeur sein (nur, wenn er will, und nie bei mir… 😉), und schon bekommen wir Wasser von der netten Dame! Sie freut sich sichtlich, und wir erst! Als Dank geben wir ihr eine kleine Flasche gekühlten Sekt und Schoggi, sowie ein grosszügiges Trinkgeld. Sie kümmert sich auch liebevoll um einen wilden Strassenhund, der jedoch sehr menschenscheu ist. Das finde ich super. Überhaupt fällt auf – Odessa ist bekannt für seine vielen, wilden Streunerkatzen – dass die Menschen hier immer wieder die Tiere füttern. Das ist schön anzusehen. Erst gestern Abend im Park, da war eine kleine Teenager-Katze, und eine ältere Frau mit Einkaufstüten lief vorbei… schwupps wurde der Katze was abgegeben von den Einkäufen. Toll!

Wir dürfen also volltanken, und besuchen noch ein Einkaufszentrum. Es ist interessant, wie dich ein Leben auf der Strasse verändert: ich war noch nie der grosse Fan von Einkaufszentren, aber sich ab und zu etwas gönnen oder leisten, das hat schon Spass gemacht. Heute sagt mir das nicht mehr viel, ich kaufe nur noch, was benötigt wird. Klar, das Geld ist weniger bzw. muss sparsamer eingesetzt werden, und Lebensumstände ändern sich, und damit auch die Prioritäten. Was soll ich heute mit schöner Seidenbettwäsche, wenn der kleine Babykater dann begeistert Fäden zieht? 😉 Bzw. für 200 Euro, die ich für Seidenbettwäsche bezahlen würde, damit kann man ja heute alle Tanks mit 600 Litern im Unimog füllen (kommt natürlich auf den Dieselpreis an! 😊).

 

Wir geniessen Odessa weiterhin, bummeln durch die Stadt, am Meer entlang… Wir waren nun drei Wochen hier! Das wollten wir eigentlich nicht. Doch erst war Chilly in tierärztlicher Behandlung wegen der Attacke, dann wurde ich krank (nur eine längere Erkältung, dann hat Reto gekränkelt, und dann wurde ich einfach nicht fit.) Aber so ist das eben, wir planen ja generell kaum 😉, und ich fands total schön in Odessa!

Zum Schluss bekamen wir noch Gesellschaft: Martin aus Deutschland, in seinem Dodge RAM. Innen ausgebaut als kleines Wohnmobil. Martin ist ein cooler Typ: er ist 28, aus Mainz, hat Verbrennungsmotoren studiert, und ein lustiger, sympathischer Typ. Wir unternehmen lange Spaziergänge, kochen und essen und philosophieren gemeinsam… Eventuell treffen wir ihn in Georgien wieder – während er nämlich die Fähre übers Schwarze Meer von Odessa nach Georgien nimmt, haben wir uns ja für den Landweg über Russland entschieden. Hier brauchen wir zwar ein Visum, welches sehr teuer und aufwendig zu beschaffen ist (geht nur vor Ort in deinem Wohnland. Es leben die Visa-Agenturen und die Zweitpässe…), jedoch würde uns die Fähre 1.200 Euro kosten. Das ist uns zuviel, der Landweg ist eh spannender.

 

So langsam kommt nun auch der Herbst in Odessa an (es ist Ende September), das spürt man. Die Blätter werden gelb und fallen, ein «Herbstwind» fegt über unseren Parkplatz.

Dieser Wind scheint zu flüstern «Weiter» – also, weiter geht es auf der Strasse… 😊

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