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Georgien – Bericht vom 29.10.2019 bis 09.03.2020 – Umbau mog, Teil I (Tiflis/Tbilisi)

Aktuell sind wir nicht am reisen, aber noch auf der Reise – so haben wir ja aktuell kein Bett und keine Küche mehr, dafür eine riesige Kreissäge, und wo sollten wir die während der Reise im mog unterbringen? Stimmt – wir könnten alle vier draussen im Zelt schlafen, so könnte die Kreisssäge sicher und geschützt im Inneren des mogs nächtigen 😉.

Es geht uns gut – so sitzen Reto und ich gerade in der Sonne, im frühlingshaften Batumi, einer richtig coolen Hafenstadt am Schwarzen Meer in Georgien. Hier blüht alles, die sub-tropische Natur explodiert, wir haben über 20 Grad, die Sonne brennt :).

Drei Monate waren wir in Tbilisi, der Hauptstadt Georgiens, und haben alles (wirklich alles!) aus dem mog gerissen, ihn komplett entkernt. Tatsächlich war dies bitter nötig, das Holz unter der Verkleidung war teilweise morsch und faulig und feucht. So hat Reto mit Freude und voller Passion alles aus dem mog gerissen.

Zu dieser Zeit, von Anfang November bis Ende Januar, hatten wir ja ein Haus ausserhalb Tbilisis, nahe Flughafen, mit riesen Garten und wahnsinnig viel Wohnfläche! gemietet, aber der halbe Garten lag voll mit «Altem» aus dem mog. Es war ein befreiendes Gefühl, Reto genoss es sichtlich!

Reto hat anschliessend alles neu gemacht – und selbst!

Holz musste zugeschnitten, abgeschliffen und versiegelt werden mit Versiegelungslack für Parkett. Zum Schluss hat er das Holz gestrichen, in weiss (zuvor war ja alles, wirklich alles!, grau) und diese Holzstücke hat er dann mit PU-Kleber an Wände und Decke geklebt. Reto hat drei bis vier Schichten weiss gestrichen.

Zuvor hatte er Isolation im ganzen mog neu verklebt, diese Isolation nennt sich «Styrodur».

Danach hat er sich an das Bad gemacht. Zuvor hatte wir ja keine Nasszelle im mog, Zähne haben wir über dem Küchenwaschbecken geputzt, da auch Hände gewaschen, die Duschwanne war im Eingangsbereich, mit Duschvorhang an der Decke zum Herunterlassen und Duschschlauch an der Duschwanne.

Wir hatten ja ein Pissoir, sprich, ein Schlauch mit Aufsatz (in pink natürlich!, perfekt auch für meine Ergonomie), welcher in den Abwassertank führte.

Für den «grossen» Toilettengang hatten wir ja unser geliebtes Klapp-WC, welches draussen wie drinnen genutzt werden kann, benutzbar mit einer Plastiktüte 😊. Und, jeder von uns hat eine grosse Schaufel, aussen am mog festgemacht, um Löcher zu graben und dann natürlich auch wieder zuzuschaufeln 😉.

Doch weshalb machen wir überhaupt einen Umbau?

Eigentlich gibt es drei Gründe:

  1. Es war alles, wirklich alles, GRAU im «alten» mog.
  2. Eine Toilette, mit Türe verschliessbar und getrennt vom Wohnraum, war nicht vorhanden
  3. Unpraktische Verstau-Systeme («Schrank des Grauens»)
  4. Zuwenig Wasser

Zuvor war der mog in einer einheitlichen Farbe gehalten, die wirklich alles dominierte: GRAU. Das betraf nun natürlich nur die Optik, aber auf so engem Raum hat mich dies schon wirklich gestört, es war nicht wirklich hell und wohnlich. Das möchten wir ändern mit der neuen dominierenden Farbe weiss. So soll es heller, freundlicher und wohnlicher werden im mog. Und gemütlicher 😊.

Der Punkt mit dem grau hat also vor allem mich gestört, während reto sich eher von dem Punkt eines fehlenden abgeschlossenen Raumes für die Toilette gestört hat: wir wollten einfach einen, selbst noch so kleinen Raum, in dem man die Türe schliessen kann, und in Ruhe auf die Toilette kann. Zum Beispiel wenn wir doch mal in einer Stadt stehen (selbst ich, die ich am liebsten am Morgen mit der Schaufel in die Natur gehe, begleitet von Hund und Katze, mag kein Loch mitten in der Stadt buddeln!), oder, wenn eben einer krank ist und Probleme hat, und beispielsweise Nachts plötzlich vermehrt auf die Toilette muss…. (ist natürlich nie! Vorgekommen, richtig reto, und ich schicke ein *zwinkern* in retos Richtung…)

Mühsam war auch bisher das Duschen im mog: die Dusche war ja im Eingangsbereich. Wir mussten dann den Duschvorhang heruntermachen und in der Bodenmatte feststecken, damit der Innenraum vom mog nicht nass wird – und zu dieser Zeit konnte man nicht aus dem mog heraus oder in den mog herein über Tür und Treppe. Das hat tatsächlich genervt… und am Ende immer den Duschvorhang versorgen und und und…

Zur Herausforderung mit dem Hubdach beim Thema abschliessbarer Raum komme ich später.

Neu werden wir auch jetzt mehr Frischwasser mitführen als bisher. Gerade bei unseren Touren abseits der Zivilsation, in trockenen Gebieten ohne Wasser, haben wir mehr Frischwasser schmerzlich vermisst.

Dafür verzichten wir auf einen unserer drei Dieseltanks, den wir sowieso nie benötigt haben, und der sich im Innenraum des mogs befand und auch immer fröhlich sein Diesel-Aroma im Innenraum verbreitet hatte.

Der ausschlaggebendste Grund für den Umbau war für uns jedoch «der Schrank des Grauens» (nicht lachen, wir nannten ihn wirklich so!). Der «Schrank des Grauens» war der Schrank am Hubdach, über Küche und Bett (und er war, natürlich, grau!), und er war einfach nur GRAUENHAFT!

Ihr müsst euch das so vorstellen, dass dieser Schrank völlig nicht zu organisieren war, einem alles entgegenflog, alles durcheinander flog… die Öffnungen waren rund und kleiner als die Schrankfront an sich, der Schrank jedoch eckig, sprich man hat auch nicht richtig gesehen, was im Schrank lag und es war mühsam, den Schrank ein- oder auszuräumen. Der Mechanismus zum Öffnen war auch nervig bis nervtötend, es waren billige Knöpfe zum Raus- und Reindrücken, die nie funktionierten und wir somit regelmässig mit Gewalt auf die Knöpfe hauten… Reto und ich, wir hatten schon regelrecht Angst (!), benötigten wir etwas aus diesem Schrank… es war grauenhaft!

Der Schrank öffnete sich teilweise beim Fahren, er hing für mich viel zu hoch, und war innen einfach nicht zu organisieren!

Auch andere Fächer waren im mog schwierig zu erreichen. Wir hatten massiven Stauraum unter unseren Sitzbänken – aber da kam man nicht ran! Von aussen zwar (praktisch bei Regen und Sturm und Kälte!), und von innen musste das Polster weggenommen werden, dann konnte man die Sitzbank hochklappen… das war aber mühsam, und das Holz war schwer. Gerade ich schaffte es dann nur schwer, hier etwas Schweres hinauzuwuchten… Schubladen wären hier toll und komfortabel gewesen!

Zurück zum Positiven 😊: der Umbau! Das neue Bad muss also her, eine abschliessbare Nasszelle für die Viecher auf zwei Beinen 😊!

Beim Badbau ging reto wie folgt vor: er hat Wände im mog eingezogen. Er hat Holz versiegelt, eine wasserabweisende Schicht aufgemalt, und zum Schluss hat er eine weisse Gummischicht aufgetragen. So ist das Bad viermal zu hundert Prozent wasserdicht!

Eine Türe hat reto auch selbst gebaut, die erste in seinem Leben 😊

(er ist eh so stolz, und das zu Recht, er kann wirklich stolz auf sich sein, er hat soviel geleistet, es sich selbst beigebracht, recherchiert und dann einfach gemacht. Er ist toll!)

Wenn sonst soweit alles steht, wollen wir noch Folien im Bad verkleben, für die Optik. Hier müssen wir aber noch schauen, was es für Möglichkeiten gibt. Und, an dieser Stelle muss man natürlich erwähnen: ein solcher Umbau ist in Georgien viel günstiger als in der Schweiz oder Deutschland. Die Sachen, gerade z.B. das Holz, ist hier viel günstiger als bei uns daheim. Dafür muss man sich in Georgien oft mit den Sachen behelfen, die es hier eben zu erwerben gibt (oder eben: selbst machen!), oder eben nicht… denn natürlich ist das Sortiment für Umbau und Innenverkleidung schon um einiges grösser.

Und so müssen wir eben mit dem zurechtkommen, das es hier eben gibt! 😊

Zum neuen Layout:

Das neue Bad ist rechts, wenn man zur Tür reinkommt. Neu ist hier ein Fenster mit Ventilator über dem Bad angebracht. Das Loch hierzu hat reto in das Dach gesägt und das neue Fenster eingesetzt. Das neue Bad wird ein neues luxuriöseres Pissoir bekommen, und aus Platzmangel werden wir weiterhin das Klapp-WC benutzen, juhu 😊.

Auf das Bad folgt ein Podest, welches sich bis nach hinten an der kurzen Wand zieht (also im vorderen Teil des mogs). In diesem Podest sind Dieselheizung, Wasserboiler, die Batterien, Wechselrichter, der Sicherungskasten und die Hydraulik vom Hubdach «versteckt» und leicht zugänglich durch verschiedene Öffnungen.

Auf diesem Podest wird das Tierbett Platz finden, am Durchgang zum Fahrerhaus, und der neue grosse Kühlschrank wird an der Wand stehen.

Wie bisher fällt der Blick auf die Küche, wenn man zum mog hereinkommt.

Neu ist die Lösung für Bett und Sitzecke: bisher war die Sitzecke dort, wo jetzt Kühlschrank, Viecherbett und Bad ist, also im vorderen Teil des mogs. Das war schon toll, so eine riesige Sitzecke, jedoch war sie luxuriös gross, und sie musste nun eben weichen.

Neu ist Sitzecke und Bett integriert, und befindet sich im hinteren Teil des mogs.

Das Bett wird unter Tag zusammengeschoben, so dass Platz für Sitzecke und Tisch ist (zu kompliziert das zu beschreiben, ich schicke euch mal unsere Pläne noch mit). Nachts liegt das Bett auf dem Tisch.

Wir haben uns schon einen neuen Boden gekauft, in Holzleisten-Optik, ein PVC-Boden (ist einfach unkomplizierter als echtes Holz). Wir bauen dann die Küche neu, das Bett- und Sofa-Konstrukt…. Die Möbel wollen wir auch weiss streichen, vielleicht hier und da einige Farbakzente, das Hubdach soll auch noch verkleidet oder isoliert werden und etwas Farbe bekommen….

So. Ich weiss nicht wie gut ich das jetzt mit Worten beschreiben konnte für euch. Bitte meldet euch doch sonst direkt bei reto und mir, bei Fragen 😉.

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